Nowruz Piruz

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Wir wünschen allen iranischen/eranischen Völkern einen guten Rutsch ins neue Jahr

Möge Iranzamin wieder zu neuem Leben erweckt werden, die Völker, unsere Kultur wieder zu Neuem auferstehen und zusammenfinden!

Allen Menschen in ganz Iranzamin wünschen wir im Weiteren viel Erfolg und Gesundheit, sowie ein glückliches Beisammensein mit Freunden und der Familie

Nowruz piruz bâd!

Nowruz pîroz bê!

Sama Maani – Ein iranischer Denker

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Schon lange wollte die IPM über diesen grandiosen, aber recht unbekannten Psychoanalytiker schreiben.

Sama Maani ist ein gebürtiger Österreicher iranischer Abstammung, der in den Ländern Österreich, Deutschland und Iran aufwuchs. Er studierte sowohl Medizin in Wien, wie auch Philosophie in Zürich und widmete sein Leben fortan der Psychoanalyse. Er arbeitet unter anderem beim Betreuungszentrum Hemayat, welches in Wien seinen Sitz hat und dafür zuständig ist Folter- und Kriegsüberlebende zu betreuen.

Außerberuflich setzt sich Sama Maani aber vor allem mit konstruierten Identitäten und dem Islam auseinander und versucht von einer kritisch-philosophischen Sichtweise die Problematik zu analysieren. Er schrieb diesbezüglich auch einige Bücher, die hier auch aufgelistet werden:

  • Warum wir über den Islam nicht reden können, 2012
  • Respektverweigerung: Warum wir fremde Kulturen nicht respektieren sollten. Und die eigene auch nicht, Drava, Klagenfurt 2015

Im Internet sind einige seiner Vorträge zu finden, wenn auch nur vereinzelt. Die IPM hat deshalb auch einen solchen Vortrag auf YouTube geuploadet. Für Interessierte stellen wir den Link zur Verfügung:

Sama Maani schreibt auch von Zeit zu Zeit kurze Beiträge in Zeitungen und versucht in einer weniger fachspezifischen Sprache auch dem normalen Publikum die Problematik von Identitäten, vor allem in Bezug zum Islam näher zu bringen:

In seinem Blog verfasst er nur kurze Beiträge, die seine Gedankengänge in einer eher lyrischen Art wiedergeben.

Torktâzi

Manch einer/eine hat sich schon sicherlich die Frage gestellt, was es mit dem hier verwendeten Begriff Torktâzi auf sich hat. In unseren anderen Beiträgen sind wir nur sehr kurz darauf eingegangen, da wir annahmen, das ganze würde sich durch die unzähligen Beispiele von alleine erklären. Missverständnisse sind Folge solcher kurzsichtigen Annahmen. Denn wer es nicht wüsste, würde meinen der Begriff basiere auf rassistische Vorurteile. Dieser Artikel beschäftigt sich deshalb mit den Hintergründen und der Geschichte dieses Wortes. Im Weiteren wird versucht eine kritische Haltung zum Begriff aufzubauen und eine bessere Alternative dafür zu finden..


Tayy und Tâzi

Das Wort Torktâzi setzt sich aus den iranischen Begriffen Tork (Türke) und Tâzi (Araber) zusammen. Warum speziell diese beiden Völker bei Iranern seit ihrem Einmarsch verpönt sind, hat mehrere Gründe. Der Artikel Die vermeintliche Araberfeindlichkeit befasste sich mit dieser Thematik. Wichtig für das Verständnis ist die untrennliche Verbindung zwischen dem Volk der Araber und der Islamisierung Irans, die etliche Massaker und die Unterdrückung der iranischen Kultur zur Folge hatte. Die Versuche Iran zu arabisieren, wurden zwar unterbunden, aber dennoch war es ein herber Rückschlag für das Land und der zoroastrisch-iranischen Identität und Kultur. Wenn nicht iranische Widerstandskämpfer sich für das Land und dem Volk geopfert hätten, wäre auch Iran zu einer Art islamische Monokultur in Form der Maghrebstaaten dahinvegetiert. Die vier Jahrhunderte dauernde islamo-arabische Fremdherrschaft in Iran war der Anfang vom Ende der iranischen Dynastien, die einst mit den Griechen und nahöstlichen Völker zusammen den Grundbaustein der heutigen Demokratie und den Humanismus im Westen gelegt hatten. Tâzi wird deshalb heute als abwertende Bezeichnung für den Araber benutzt, aber schon seit Menschengedenken warfen die Iraner den damaligen arabischen Wüstennomaden Unzivillisiertheit und barbarisches Verhalten vor. Dazu reicht es einen Blick auf das zoroastrische Avesta und Ferdosis Shâhnâmeh zu werfen:

Dort ist von einem machtgierigen Tyrannen namens Zahâk die Rede. Laut der altiranischen Mythologie war Zahâk (Dahāg) der Sohn Ahrimans und Schreckensherrscher, der Iran tausend Jahre lang durch Hilfe von Dämonen und Diwen regierte. Das Wort Dahāg leitet sich vom altpersischen Wort Aži Dahāka ab, was wortwörtlich große Schlange, Schlangenmann oder Feuerschlange, aber sinngemäß Drache bedeutet. Im Neupersischen gebraucht man den Begriff Eždahâ (Drache).

Ferdosi, der Verfasser des iranischen Epos Shâhnâmeh, beschrieb die Figur, obgleich mit einigen Unterschieden, sehr ähnlich. Er bezog sich mehrheitlich auf das Buch der Könige (Hodâynâmeh) und war womöglich auch im Besitz dieses sehr seltenen Relikts aus früherer Zeit. Zahâk ist dort nicht Sohn Ahrimans, sondern des Arabers Mirdas und wird deshalb auch Zahâk der Araber genannt. Dabei gelangt der machtgierige Zahâk in den Fängen des Teufels Ahriman, wobei dieser sich in Menschengestalt zeigt und Zahâk dazu überredet und bewegt seinen Vater zu töten, um selbst den Thron zu besteigen. Nachdem Zahâk den Platz seines Vaters einnimmt, erscheint ihm Ahriman noch einmal, diesmal in Gestalt eines Koches, der ihn um eine Arbeitsstelle bittet. Dieser stellt ihn ein und Ahriman verwöhnt Zahâk fortan mit köstlichen Speisen. Von seinem Können als Koch angetan, gewährt Zahâk Ahriman einen Wunsch. Dieser begehrt Zahâk die Schultern küssen zu dürfen und so geschieht es auch. Aus den geküssten Stellen seiner Schultern wachsen später jedoch, nach dem Verschwinden des Koches, zwei Schlangenköpfe. Kein Arzt vermochte was gegen dieses Unheil zu machen, so erscheint ihm Ahriman ein drittes und letztes mal und rät Zahâk an, jeden Tag zwei Gehirne menschlicher Jünglinge den Schlangen zum Fraß vorzuwerfen, da sie sonst sein eigenes Gehirn verschlingen würden. Egoistisch wie er war, folgt er den Rat Ahrimans, aber die Schlangen wurden immer grösser….

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Die Figur Zahâk in Gestalt Khameneis

Natürlich ist uns bewusst, dass solche Mythen der Fantasie entsprungen sind. Historisch gesehen, ist es schwer oder gar unmöglich die Figur Zahâk nachzuweisen. Was aber bleibt, ist die negative Eigenschaft dieser Person und die spätere Assoziation mit den arabischen Fremdherrschern. Die Frage, ob nun Ferdosi nur wortwörtlich das Hodâynâmeh ins Neupersische niederschrieb oder auch selbst hineininterpretierte und neuere Geschichten mit einfließen ließ, bleibt offen. 

Im persischen Wikiartikel über die Tâzis steht geschrieben, dass diese Bezeichnung in vor-islamischer Zeit für den arabischen Stamm der Tayy verwendet wurde. Die Tayy stammen ursprünglich aus dem Gebiet des heutigen Jemen. Diese gewannen schnell an Macht und Einfluss, vor allem im heutigen Gebiet der syrischen Wüste. Die Mesopotamier verwendeten deshalb den Begriff Tayyaye für allgemein alle nomadischen Araber und nicht mehr für eine gewisse Gruppe.
Die Tayy waren im 5. Jh. sowohl Verbündete der Sassaniden, wie auch der Byzantiner. Da diese in dieser Zeit vermehrt Wüstendörfer geplündert hatten, mussten sich die Byzantiner und Sassaniden zusammentun, um der Barbarei ein Ende zu bereiten. Die Tayy wurden durch mesopotamisch-arabische Truppen zurückgedrängt und der Plünderung somit ein Ende gesetzt. Sie mussten auch eine gewisse Entschädigung an den Dörfern zahlen. Dennoch wurden in dieser Zeit insgesamt 400 Dörfer von den Anhängern der Tayy geplündert und zerstört. Sie schlossen sich später im 7. Jahrhundert, nach anfänglichem Zögern und vereinzelten Protesten, den Truppen Mohammeds an und waren damit für die zahlreichen durch die islamische Invasion verübten Massaker mitverantwortlich. „Torktâzi“ weiterlesen